Historie

Im Stolberger Stadtteil Münsterbusch finden Sie Inspiraum auf dem Gelände einer ehemaligen Tuchfabrik, der Haumühle. Landschaftlich eingebettet im idyllischen und beschaulichen Münsterbachtal liegt sie inmitten einer wundervoll wildwüchsigen Auen-Landschaft.


Stolberg ist bekannt für seine jahrhundertealte Tradition der Metallverarbeitung, insbesondere der Messingproduktion. Für die Weiterverarbeitung des Messings entstanden entlang des Münsterbaches die Kupfermühlen, so auch die Haumühle. Sie war in früherer Zeit Besitz der Reichsabtei Kornelimünster und ist auf einer Originalkarte von 1646 als Mühle eingezeichnet. Bereits 1579 wurde die erste Konzession zur Anlage einer Kupfermühle an der Haumühle erteilt. Das Wasser des Münsterbachs wurde in einem offenen Graben zur 300 m entfernten Mühle geleitet. Im Schlussstein des Torbogens, der in den Innenhof der Mühle führte, erkennt man heute noch die Jahreszahl 1647.


Im Laufe der Zeit bildete sich in der Region eine starke Textilindustrie heraus. Auch alle Mühlen des Münsterbachs wurden in entsprechende Betriebe umgewandelt, da der Münsterbach die für die Produktion erforderliche Wasserqualität lieferte. 1851 bis 1880 wurde die Haumühle durch die Firma Deutz & Lafaire als Tuchfabrik und Färberei genutzt. Danach wurde sie von dem Tuchfabrikanten Gustav Ritter erworben, der Inhaber der 1813 in Aachen gegründeten Tuchfabrik J. van Gülpen war. Die Tuchfabrikation in der Haumühle wurde 1963 eingestellt.


Heute ist die frühere Funktion der Haumühle kaum noch zu erkennen. Trotzdem trägt sie charakteristische Merkmale der ehemaligen Produktionsstätte. Wie alle ehemaligen Mühlen steht sie unter Denkmalschutz. Kleine Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben sich hier seit 1970 angesiedelt und die Gebäude umgestaltet.


Die einstigen Lagerhallen der Tuchfabrik und das ehemalige Bürogebäude wurden 1972 von der Firma Karl Marx übernommen. Bis 1999 nutzte sie die Lagerhallen als Schreinerei und zur Fabrikation von Türen. Anschließend wurden in dem Gebäude bis 2013 Yogakissen und -zubehör hergestellt. Das ehemalige Bürogebäude wird als Einfamilienhaus genutzt. Seit Juni 2014 unterhält die Heider GbR die Räumlichkeiten und eröffnete 2016 den Inspiraum.

Die Haumühle

Impressionen